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Update 28. Mai 2004 |
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Fabrikverkaufszentrum in Marl 21.05.04 FOC zur Vitalisierung der Stadtmitte 15.01.04 Ein Fabrikverkaufs-Zentrum nach Marl Bürgerbeteiligung beim Kanalnetz - "Marler Modell" 02.10.03
Die Stadt ist so gut wie bankrott IT-Akademie in Marl 17.01.02 Chronologie
der IT-Akademie in Marl |
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21. Mai 2004: Vorschlag an die NEUMA FOC
zur Vitalisierung der Stadtmitte Verletzungen des Stadtbildes in der Stadtmitte haben wir schon genug: den Bauplatz eines gescheiterten Entertainment-Centers, das „Forum“, das seit Jahren zunehmend vergammelt und das seit langem leer stehende ehemalige Möbelhaus Hein de Groot. Was kommt auf das Grundstück des Goliath? In der Bürgerversammlung zur Goliath-Nachfolge zeigte man neue Wohnbebauungen unterschiedlicher architektonischer Qualität, die eines gemeinsam haben: Sie sind nicht rentabel. Man wird zunächst eine Wiese anlegen und wartet auf die richtige Idee. Der Marler Stern funktioniert als Einkaufszentrum für den täglichen Bedarf. Manch Marler Bürger und vor allem Bürgerinnen vermissen Geschäfte für den höherwertigen Bedarf, vor allem bei der Bekleidung. Auch in der Nachbarschaft, ob in Hüls oder Recklinghausen, wird man kaum fündig. Man muss weiter fahren, nach Essen, Düsseldorf usw. Wie können wir die Kaufkraft in Marl befriedigen? Warum nicht durch ein Factory Outlet Center (FOC) in Marl! Der Standort im Zentrum auf der Fläche des Goliath wäre in mancher Hinsicht optimal. Mit einem Projektentwickler und mit dem Baudezernenten müsste die Frage geklärt werden, ob die Fläche groß genug ist für zusätzliche Parkplätze. Eine zweite Ebene könnte helfen. Der Gedanke wurde in kleinen Kreisen seit längerem sondiert. Das Echo ist höchst unterschiedlich. Ablehnung gibt es vor allem in der Politik, weil man die Probleme der Umsetzung ahnt. Die Nachbarstädte werden es verhindern wollen. Viele Bürger/innen zeigten sich dagegen begeistert. Natürlich wird das Centermanagement des „Marler Stern“ zuerst Zeter und Mordio schreien, aber vielleicht dann doch die Vorteile erkennen, wenn er sich das gedeihliche Nebeneinander von FOC und City (Altstadt) in Roermond ansieht. Die beiden Bereiche sind 3 Minuten Fußweg voneinander entfernt und durch eine mehrspurige Schnellstraße getrennt. Die Kunden des FOC gehen nach dem Einkauf in die City mit ihrem ganz anderen Angebot in Geschäften und in der Gastronomie. Den größten Vorteil hätte die
NEUMA – und die Stadtentwicklung im Zentrum. Es wäre ein Highlight für
die ganze Region. Im Umkreis von weniger als 50 km wohnen 5 Millionen
Menschen. Sie fahren nach Ostwestfalen zu Gerry Weber oder nach Roermond,
also 100 km, um hochwertige Bekleidung preisgünstiger zu bekommen. Ein FOC
sollte nicht an einer Autobahn-Abfahrt wegen der optimale Erreichbarkeit
eingerichtet werden, sondern nahe einem Stadtkern, der von der Attraktivität
des FOC profitieren kann. Ein FOC für das Ruhrgebiet würde reichen. Es muss
nicht in Marl eingerichtet werden, aber in der Emscher-Lippe-Region. Wozu
gibt es das Wirtschaftsförderer-Netzwerk? Die müssen den Standort gemeinsam
suchen und dann auf den üblichen Einspruch gegen den gewählten Standort beim
Nachbarn verzichten. 15. Januar 2004 Vorschlag: Ein Fabrikverkaufs-Zentrum nach Marl In einem Fabrikverkaufs-Zentrum werden Produkte hochwertiger Marken, vor allem Bekleidung, von den Herstellern selbst zu stark reduzierten Preisen angeboten. Die Waren sind zwar preiswert, aber nicht unbedingt billig. Angeboten werden Waren der Vorsaison, Auslaufmodelle, Restposten oder auch Überhangproduktionen. Im Ausland sind diese "Factory-Outlet-Center" (FOC) schon ziemlich weit verbreitet, in Deutschland gibt es sie bisher nur vereinzelt. Sie sind politisch und rechtlich umstritten. Deshalb sind mehrere Zentren ins grenznahe Ausland ausgewichen (Roermond, NL; Maasmechelen, Belgien). Dort freut man sich über die Zuflüsse an Kaufkraft und Steueraufkommen. Fabrikverkaufs-Zentren sind Einzelhandelsbetriebe, die von einem Projektentwickler für eine größere Zahl (etwa 50 und mehr) Einzelgeschäfte errichtet werden. Sie sind ein- oder zweigeschossig und benötigen viele Pkw-Stellplätze, also insgesamt eine größere zusammenhängende Fläche. Daher werden sie häufig außerhalb der Stadtzentren angesiedelt (Beispiele: in einem Vorort von Madrid und in Wustermark bei Berlin). Es muss planungsrechtlich im Einzelfall geprüft werden, ob ein vorgesehener Standort mit den Bestimmungen der Raumordnung vereinbar ist. Daran wurde bisher grundsätzlich gezweifelt. Stichwort: Zentrumsrelevante Angebote. In den Zentren der Städte fehlen die großen Flächen, in Außenbereichen will man sie vermeiden, weil sonst die Innenstadt verödet. Das Gefährdungspotenzial wird einerseits überschätzt, andererseits kann es planerisch beeinflusst werden. Ein FOC kann überregionale Anziehungskraft entwickeln und führt eben gerade nicht zu einem Kaufkraftabfluss im Nahbereich. Waren des täglichen Bedarfs werden nicht angeboten. Die FOC erfüllen keine Versorgungsaufgaben. Sie sind eine nützliche Ergänzung des lokalen Marktes und können daher eine belebende Wirkung auf Geschäfte in der unmittelbaren Nachbarschaft haben. In Marl wäre eine Ansiedlung von großem Nutzen. Dazu müsste ein Sondergebiet ausgewiesen werden. Die Stadt kann Einfluss auf die zugelassenen Sortimente nehmen. Das Vorhaben muss mit den oberen Planungsbehörden abgestimmt werden. Selbstverständlich werden anschließend gemäß den Vorgaben der Raumordnung von der Stadt dem Investor (Projektentwickler, Vorhabenträger) die Art und das Maß der baulichen Nutzung konkret vorgeschrieben. Als Standort wird vorerst das Gelände der Zeche AV 1/2 zur näheren Prüfung vorgeschlagen. Andere Vorschläge sind willkommen. Im Ruhrgebiet gibt es bisher kein FOC, aber möglicherweise in manchen Orten schon Vorüberlegungen. Wegen ihrer großen Beliebtheit wird die neue Vertriebsform gewiss bald auch in unserer Region von einer pfiffigen Stadtverwaltung möglich gemacht, warum nicht in Marl? Eile ist geboten.
Die Stadt ist so gut wie bankrott ! Wie kommen wir von den Schulden runter ? Die SPD in Marl hat einen Vorschlag, der Millionen Euro in die Stadtkasse bringen kann. Die CDU will die Nutzungsrechte der Marler Kanalisation an einen fremden Investor verkaufen, der durch eine europaweite Ausschreibung zu suchen wäre. Unsere Kanäle würden international meistbietend verhökert. Die Verfügungsgewalt über unsere städtische Abwasserwirtschaft ginge verloren. Die SPD schlägt vor, den Einwohnern der Stadt ein Geschäft zum Nutzen
aller anzubieten. Statt eines fremden Investors können die Bürgerinnen und
Bürger, die mindestens 1000 Euro einzahlen wollen, Anteile an einer neuen Gesellschaft
erwerben. Alternativ können sie auch eine festverzinsliche Anleihe zeichnen,
den Marler Bürgerfonds. Die Gebühren für die Kunden bleiben günstig. Wie bisher werden nur die Kosten gedeckt, einschließlich der Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Bürger, die sich zu einem Investment entschließen, erhalten attraktive Konditionen für ihre Einlagen. Die Entsorgung ist ein äußerst risikoarmes Geschäft, das ganz unabhängig von der Konjunktur läuft. Gewinne, wie sie ein privater Betreiber einer solchen Monopolgesellschaft anstreben würde, sind der Stadt als Betreiber nach der Rechtslage untersagt. - Überschüsse müssen bei der nächsten Gebührenfestsetzung zurück gegeben werden. Dieser innovative Vorschlag, der - soweit bekannt - bisher in Deutschland nirgendwo praktiziert wird, soll "Marler Modell" heißen. Viele Details sind aber noch offen. Der Kämmerer sagte eine konstruktive Untersuchung zu. Das Ziel ist, die Schulden der Stadt und die Zinszahlungen drastisch zu vermindern. Notwendige, teilweise seit Jahren aufgeschobene Reparaturen von Straßen und Schulen wären endlich möglich. Das käme allen Bürgern zu Gute. Frage an Jens Vogel:
Jens Vogel, der Vorsitzende
der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Marl, antwortet: Frage an
Die "Marler Zeitung" berichtet am 18. September 2003 Ist Kanalnetz bald in Bürgerhand? Was privaten Investoren recht ist, könnte betuchten Bürgern billig sein auch. Das dachte sich die SPD und erweiterte die langjährige Diskussion um die Privatisierung der städtischen Abwasserwirtschaft um eine neue Variante: ein mögliches "Marler Modell". Gestern stellte Ernst Knopf die Überlegungen der SPD im Werksausschuss für den Zentralen Betriebshof vor: Der Kern des Konzeptes: Betuchte Bürger könnten das Geld aufbringen, das im sogenannten "Bremer Modell" von der Privatwirtschaft kommt. Die Stadt Bremen hat die Gelsenwasser AG zur Hälfte an der Stadtentwässerung beteiligt. Der Betrieb wird von einer neuen öffentlich-privaten Gesellschaft hanseWasser geführt. Für die Beteiligung von Gelsenwasser waren in Bremen Millionen in die leere Stadtkasse geflossen. Warum sollen nicht Bürger der Stadt als Investoren in ein solches Geschäft einsteigen können? Dieser Frage ging man in der SPD nach. Der Vorteil einer solchen Beteiligung: Die Stadt bliebe "Herr" über die Abwasserentsorgung und damit auch über die Gebührenentwicklung. Wie eine solche Teilprivatisierung gehen könnte, zeigt nach Auffassung der SPD ein Beispiel aus Herten. Dort hatten die Stadtwerke vor kurzem einen Fonds aufgelegt, der den Bürgern festverzinsliche Papiere exklusiv zum Kauf anbietet. Mit langer Laufzeit von zehn Jahren und einem Zins von 5 Prozent bringt die Kapitalanlage dem Käufer Sicherheit und Ertrag. In Herten seien so in kurzer Zeit Anteile im Wert von 10 Millionen Euro verkauft worden, verwies Knopf auf den Erfolg der Hertener Aktion. Hintergrund der Überlegungen ist die ablehnende Haltung der SPD gegen eine Privatisierung der Abwasserwirtschaft, von der sich die CDU eine willkommene Finanzspritze für den Haushalt verspricht. Risiko bei Geschäft mit US-Investor Am Nein der SPD war vor einem Jahr bereits das in anderen Städten praktizierte Modell des "Cross Border-Leasing" (Vermietung an einen US-Investor) gescheitert. Das sogenannte "Bremer Modell", die 50prozentige Beteiligung eines privaten Investors, birgt nach Auffassung der SPD ebenfalls ein zu hohes Risiko. Wenn die Stadt eine hoheitliche Aufgabe an einen fremden Partner abgebe, verliere sie auch ihren Einfluss auf die Gebührengestaltung. Zumal eine Privatisierung nach dem "Bremer Modell" nicht automatisch auch Gelsenwasser zum Partner macht. Die Privatisierung müsse europaweit ausgeschrieben werden, verwies Knopf auf die Unwägbarkeit der Partnersuche. Der Meistbietende, der den Zuschlag bekomme, müsse zwangsläufig an dem maximalen Ertrag seiner Investition interessiert sein. Durch eine Bürgerbeteiligung an einer Kanalnetz GmbH würde ebenfalls Geld in die Stadtkasse fließen. Dennoch bliebe die Betriebsführung bei einem Abwasserbetrieb Marl GmbH, in den das Personal des Zentralen Betriebshof überführt werden könnte. Der Werksausschuss lehnte das "Bremer Modell" ab und beauftragte
die Verwaltung, den SPD-Vorschlag zu prüfen. 25. Juli 2003 Der Rat der Stadt Marl diskutierte am 24. Juli 2003 über die Privatisierung der städtischen Abwasserwirtschaft. Auf Grund eines Vorschlages der CDU lag eine Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung vor, wonach ein privates Unternehmen an der Marler Abwasserentsorgung beteiligt werden soll. In einer EU-weiten Ausschreibung wollte die Stadtverwaltung den Partner ermitteln. Als Vorbild wurde das "Bremer Modell" vorgestellt. Bremen hatte in größter Finanznot die Gelsenwasser AG hälftig an der Stadtentwässerung beteiligt und der neuen Gesellschaft hanseWasser die Betriebsführung überlassen. Dafür erhielt der Stadtstaat ein ansehnliches Nutzungsentgelt. Für die SPD-Fraktion meldete der Vorsitzende Dann fragte Jens Vogel, ob nicht auch Bürger der Stadt als Investoren in das von Gelsenwasser angestrebte lukrative Geschäft einsteigen könnten. Diese Anmerkung bezog sich auf Überlegungen, die bisher nur SPD-intern diskutiert wurden. Sie werden nachfolgend ausgeführt. Bürgerbeteiligung bei der Abwasserwirtschaft Alle Städte leiden unter Haushaltsnöten. Viele Kommunalpolitiker denken über Auswege aus der Not nach. In Marl wurde - vor allem von der CDU - vom Cross-Border-Leasing geredet. Danach würde das Abwassernetz der Stadt an US-Investoren verpachtet und sofort zurück gemietet. Aus verborgenen Ecken des amerikanischen Steuerrechts entsteht dabei ein Gewinn, von dem auch die Stadt Marl profitieren würde. Nachdem im Rat der Stadt schwer wiegende Bedenken gegen ein solches Geschäft erhoben wurden, wird nun ein Verkauf unseres Kanalnetzes an Gelsenwasser (oder einen anderen meistbietenden Investor) vorgeschlagen. Aber warum sollen wir einen "reichen Onkel" in Amerika oder ganz Europa suchen, der mit unserem Abwasser gute Geschäfte machen will, wenn die Bürger der eigenen Stadt auch über Ersparnisse verfügen, die sie gern sicher und zu ordentlichen Zinsen anlegen wollen? Der Zentrale Betriebshof (ZBH) der Stadt Marl ist ein sogenannter Eigenbetrieb, der von der Stadt getrennt wirtschaftet. Er verfügt über ein wertvolles Anlagevermögen, vor allem das Netz der Abwasserkanäle, und gesicherte, mehr als Kosten deckende Einnahmen. Zur Zeit hat er einen hohen Kredit bei der Stadt in den Büchern stehen, das "Trägerdarlehen". Ein Vorschlag: Der ZBH errrichtet einen Fonds für festverzinsliche Papiere, die er seinen Kunden, den Bürgern Marls, exklusiv zum Kauf anbietet. Mit langer Laufzeit und einem ordentlichen Zins (10 Jahre, 5 Prozent) bringt die Kapitalanlage dem Anleger Sicherheit und Ertrag. In Herten haben die Stadtwerke im vorigen Jahr einen solchen Fonds erfolgreich aufgelegt und in kurzer Zeit Anteile für 10 Millionen Euro verkauft. Ein anderer Vorschlag: Die Abwasserwirtschaft des ZBH wird in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt. Etwa die Hälfte der Besitzanteile wird den Bürgern Marls, den Kunden des ZBH, zum Kauf angeboten. Die andere Hälfte und damit die Kontrolle bleibt bei der Stadt. Alle Anteilseigner - Stadt und Bürger - werden am Gewinn beteiligt. Mit dem Erlös aus der Anleihe oder den Anteilscheinen wird das Trägerdarlehen ganz oder teilweise an die Stadt zurück gezahlt. Der Kämmerer kann seine hohen Schulden vermindern und einen Teil des Geldes für dringende Investitionen nutzen, für Schulen, Kindergärten und Straßenreparaturen. Das kommt allen Bürgern zu Gute, auch denen, die keine Wertpapiere kaufen können. So könnte es gehen: Wohlhabende Bürger unterstützen ihre hilfsbedürftige
Stadt und alle haben den Nutzen davon. Chronologie
der Bemühungen um 2000: März, April: SPD-Ortsverein Marl-Mitte und
SPD-Stadtverband Marl: "Unsere Region braucht einen Impuls"
Vorschlag zu einer Akademie für Informatik in enger Zusammenarbeit mit der
Wirtschaft mit dem Ziel der Verankerung der IT-Branche in der
Emscher-Lippe-Region
19. Januar: Schreiben an Prof. Schulte mit der
Klarstellung, dass bereits seit September (siehe Kreistagsprotokoll) eine
Zusammenarbeit mit der FH Gelsenkirchen angestrebt wird
Wenn das Projekt trotz positiver
Haltung der Projekt Ruhr GmbH und des Dortmunder IT-Centers (Prof. Kottmann)
nicht zu Stande kommen wird, dann liegt das letztlich an der mangelnden
Unterstützung bzw. sogar der Gegnerschaft wichtiger Akteure aus der
Region. Ohne die IHK kann die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft nicht organisiert
werden. Gegen die FH Gelsenkirchen, mit der seit September 2000 eine
Zusammenarbeit angestrebt wird, kann man in Marl bestenfalls eine Außenstelle
des IT-Centers Dortmund einrichten.
Die Idee ist gut . . . Marl hofft. (Gerd Eiben am 13. 10.
2001, Neue
Konzeption der Unter Beibehaltung der Zielsetzung wurde das Konzept der Akademie in folgendem Punkt geändert: Statt einer staatlichen Hochschule mit Beteiligung der Wirtschaft über Drittmittel wird eine Bildungseinrichtung in freier Trägerschaft angestrebt. Als vorrangiger Ausbildungsweg ist ein Studium mit einer Regelstudienzeit von nur vier Semestern vorgesehen, das von intensiven Berufspraktika begleitet wird und zum akademischen Grad eines IT-Professional führt. Als Träger soll eine GmbH
fungieren, deren Anteile zu gleichen Teilen Der Praxisbezug des Studiums soll in mehrfacher Hinsicht gesichert werden. Schon bei der obligatorischen Aufnahmeprüfung werden die Unternehmen beteiligt. Es wird erwartet, dass die Studiengebühren und möglichst auch Stipendien personenbezogen gesponsort werden. Als Gegenleistung verpflichten sich die begünstigten Studenten nicht nur zum studienbegleitenden Betriebspraktikum, sondern in der Regel auch zur Anstellung nach dem Examen. Schließlich sollen die Unternehmen geeignete Persönlichkeiten für Lehraufträge zur Verfügung stellen. Zielgruppe der Akademie sind alle Personen mit Hochschulreife, jedoch sollen die leistungsbereiten jungen Menschen, die einen schnellen Abschluss anstreben und schon während des Studiums praktische Arbeit leisten wollen, vorgezogen werden. Insbesondere wird der kurze Studiengang auch Studienbewerber anziehen, die das sehr theoretische Grundlagenstudium an den traditionellen Hochschulen nicht als zielführend ansehen. (Gegenwärtig brechen bis zu 50 % der Informatikstudenten ihr Studium vorzeitig ab, um in gut bezahlte Jobs zu wechseln oder um sich selbstständig zu machen.) Die Emscher-Lippe-Akademie ist
eine Bildungseinrichtung nach § 96 des Hochschulgesetzes NRW, die Kenntnisse,
Wissen und Fertigkeiten vermittelt und auf Prüfungen vorbereitet. Die
Prüfungen werden von den kooperierenden Hochschulen abgenommen. Universität
und Fachhochschule stellen den hohen Anspruch der Ausbildung sicher und
verleihen die akademischen Grade nach Prüfungsordnungen, die von den
Hochschulen beschlossen und von der Wissenschaftlichen Leitung der
Em-scher-Lippe-Akademie übernommen werden. Folgende Abschlüsse sollen
angeboten werden:
Die Ausbildungsgänge bauen fortlaufend aufeinander auf. Ein wesentliches Merkmal der
Ausbildung ist der enge Bezug zur Praxis, ohne dabei Abstriche in der
Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung zu machen: Die Akademie für Informatik soll der Emscher-Lippe-Region, die von der Großindustrie geprägt ist und sich in einer schwierigen Phase des Strukturwandels befindet, einen starken Impuls geben. Marl ist die Stadt des Kreises Recklinghausen, die mit Unternehmen der IT-Branche (u. a. Maxdata AG), dem Europäischen Zentrum für Medienkompetenz ecmc, der Deutschen Angestellten-Akademie und dem Adolf-Grimme-Institut bereits über einschlägige Kompetenzen verfügt. Mit den genannten Institutionen wird eine Zusammenarbeit angestrebt. Die Stadt Marl wird ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen. Vom Kreis Recklinghausen wird Unterstützung aus dem Zukunftsinvestionsfonds erwartet. Über die Projekt Ruhr GmbH werden wesentliche Mittel aus der Ziel 2-Förderung der EU beantragt. Unsere Region braucht einen Impuls 3. April 2000 (vorgetragen auf
der Vorstandssitzung des SPD-Ortsvereins Marl-Mitte am 4. April 2000
Die Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung unserer Region, die seit Jahren von der Politik, den kommunalen Verwaltungen, von Wirtschaftsverbänden und der Industrie- und Handelskammer mit großem Engagement durchgeführt werden, führen allein nicht zum Ziel. Der weitere Abbau von Arbeitsplätzen im Bergbau ist programmiert. Die Zahl der Arbeitsplätze der chemischen Industrie auch nur konstant zu halten, z. B. durch ChemSite, ist schwierig genug. Die Ansiedlung kleiner und mittlerer Betriebe ist trotz der Gewerbeparks, die öffentlich gefördert werden, nicht so erfolgreich, wie es nötig wäre, um die entfallenden Arbeitsplätze auszugleichen. Wir brauchen einen zusätzlichen Impuls. „Bildung und Ausbildung sind das Megathema unserer Zeit“ sagt Ministerpräsident Wolfgang Clement. In Zukunft wird noch mehr als heute gelten, dass nur gut ausgebildete Menschen gute Chancen auf Beschäftigung haben. Entscheidend ist dabei, dass sich die Ausbildung am Bedarf des Arbeitsmarktes orientiert. Obwohl das selbstverständlich sein sollte, wurde es in der Vergangenheit oft versäumt. Heute und in der Zukunft brauchen wir Experten für Computer, Software, Internet und Telekommunikation. Ihre Ausbildung muss durch Lehrer erfolgen, die die neuesten Anforderungen der Betriebe kennen, weil sie enge Kontakte zur Wirtschaft haben. Was können wir tun, damit die hiesige Wirtschaft am Aufschwung der Computerbranche noch stärker teilhaben kann? Ein Vorschlag: Wir brauchen in unserer Region eine Hochschule für Informatik, an der alle Sparten der Informationstechnologien und Telekommunikation gelehrt werden. Geeignet wäre eine Akademie in privater und öffentlicher Trägerschaft. Bei einer solchen Konstruktion könnte man neue Modelle bei der Vertragsgestaltung der Dozenten praktizieren. Gerade auf dem Gebiet der Informatik altert das Wissen unglaublich schnell. Das Lehrpersonal der Akademie sollte enge Kontakte zur Wirtschaft haben. Es könnten auch Experten oder leitende Mitarbeiter erfolgreicher Firmen sein, die nebenberuflich oder mit Zeitverträgen an der Akademie lehren und in die Wirtschaft nach 3 oder 5 Jahren zurückkehren. Gerade im Bereich Informatik könnten mit einem solchen Angebot genau die Studierenden angesprochen werden, die die Wirtschaft haben will. Als Standort für diese Akademie wird Marl vorgeschlagen, denn bekanntlich verfügt Marl über Kompetenz im Bereich Multimedia und Computer wie z. B. das ecmc und die Firma Maxdata. Hier darf aber keine Kirchturmpolitik betrieben werden, selbstverständlich nützt es der ganzen Region auch, wenn Gelsenkirchen, Herten oder Recklinghausen ausgewählt würde. Die Akademie würde zur Ansiedlung von neu zu gründenden Firmen, Beratungsbüros und Entwicklungslabors führen. Das kann man mit Sicherheit voraussagen. Dozenten, Studierende und vor allem Absolventen werden im nahen Umkreis ihrer Akademie neben bzw. nach der Lehr- und Lerntätigkeit arbeiten wollen. Die Akademie kann zum Zentrum eines wirtschaftlichen IT-Komplexes im Zweistromland an Emscher und Lippe werden. Alle, denen die
Wirtschaftsförderung unserer Region am Herzen liegt, werden aufgerufen,
diesen Gedanken zu unterstützen. Wenn wir erfolgversprechende Projektideen speziell für unsere Region entwickeln, wird uns das Land nach meiner Überzeugung noch mehr als bisher unterstützen. Die Landesregierung weiß, dass wir an den Problemen des industriellen Wandels mehr zu leiden haben als andere Regionen, und uns zusätzliche Hilfen geben. Wir brauchen nicht nur Anteile an bestehenden Förderprogrammen, sondern ein spektakuläres Projekt, ein Projekt, das der Region eine neue Zukunft weist: die Emscher-Lippe-Akademie für Informatik.
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